Haltezeit (Hold Time)

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Definition und Prozessbedeutung

Die Haltezeit ist die Phase im Schweißzyklus, die unmittelbar auf die Schweißzeit folgt. Während dieser Zeit fließt kein Strom mehr, aber die Elektrodenkraft wird weiterhin aufrechterhalten. Die Elektroden bleiben geschlossen auf dem Schweißpunkt fixiert.

Warum ist die Haltezeit so wichtig?

In dieser Phase erstarrt die flüssige Schmelze (die Schweißlinse) unter Druck. Die Haltezeit erfüllt dabei drei kritische Aufgaben:

  • Kontrollierte Erstarrung: Durch den anhaltenden Druck der Elektroden wird verhindert, dass sich Poren oder Lunker (Hohlräume) in der Schweißlinse bilden.
  • Kühlung: Die wassergekühlten Elektroden wirken wie eine Kühlfalle und führen die Hitze schnell aus der Schweißzone ab. Dies sorgt für ein stabiles Gefüge.
  • Festigkeitsaufbau: Erst wenn das Material ausreichend erstarrt ist, kann es die mechanischen Spannungen im Bauteil ohne Schweißspritzer oder Aufplatzen halten.

Risiken bei falscher Einstellung:

  • Zu kurze Haltezeit: Der Schweißpunkt ist noch flüssig oder teigig, wenn die Zange öffnet. Das Bauteil kann aufspringen oder die Linse reißt auf (mangelnde Festigkeit).
  • Zu lange Haltezeit: Die Taktzeit der Maschine wird unnötig verlängert, was die Produktivität senkt, ohne die Qualität weiter zu verbessern.
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