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Definition und technischer Fokus
Roboter-Schweißzangen sind hochspezialisierte Widerstandsschweißzangen, die fest an einem Industrieroboter montiert sind. Sie sind das Herzstück automatisierter Schweißzellen. Im Gegensatz zu Handschweißzangen müssen sie extremen mechanischen Belastungen, hohen Taktzeiten und präzisen Verfahrgeschwindigkeiten standhalten.
Antriebstechnik: Pneumatisch vs. Servoelektrisch
In der modernen Automation haben sich zwei Antriebsarten etabliert:
- Pneumatik-Zangen: Robust und kostengünstig für Standardanwendungen.
- Servoelektrische Zangen (Servozangen): Der aktuelle Industriestandard. Der Hub wird über einen Elektromotor gesteuert, was eine exakte Kraftregelung, kürzere Taktzeiten und eine deutliche Reduzierung von Schweißspritzern ermöglicht.
Vorteile der Automationszangen:
- Höchste Wiederholgenauigkeit: Jeder Schweißpunkt wird mit exakt dem gleichen Druck und an der exakt gleichen Position gesetzt.
- Gewichtsoptimierung: Durch den Einsatz von hochfestem Aluminium oder Verbundwerkstoffen wird das Gewicht reduziert, damit der Roboter schneller verfahren kann.
- Integrierte Sensorik: Viele Zangen überwachen während des Prozesses die Kappenabnutzung oder den Schweißstrom in Echtzeit.
Anwendungsbeispiele: Wo sind Roboter-Schweißzangen unverzichtbar?
- Automobil-Serienfertigung: Verschweißen von Karosserie-Baugruppen in Takten von wenigen Sekunden.
- Großserien im Gehäusebau: Effiziente Fertigung von Haushaltsgeräten (Weiße Ware) oder Schaltschränken.
- Sondermaschinenbau mit Automation: Integration in komplexe Fertigungslinien, bei denen der Roboter das Bauteil fixiert und gleichzeitig schweißt.
- Gitter- und Mattenproduktion: Automatisierte Erstellung von Bewehrungen oder Drahtgittern in hohen Stückzahlen.