Rollennahtschweißen (Seam Welding)

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Definition und Verfahrensprinzip Das Rollennahtschweißen ist ein Widerstandsschweißverfahren, das im Prinzip auf der Funktionsweise des Punktschweißens basiert. Der entscheidende Unterschied liegt in den Elektroden: Statt punktförmiger Elektrodenspitzen werden hier scheibenförmige Rollenelektroden (Rollenpaare) verwendet.

Mindestens eine dieser Rollen wird motorisch angetrieben. Die Werkstücke (meist überlappende Bleche) werden zwischen den Rollen hindurchgeführt. Unter konstanter Elektrodenkraft und fortlaufendem oder getaktetem Stromdurchgang entsteht so eine kontinuierliche Schweißnaht.

Nahtarten und Stromsteuerung: Je nachdem, wie der Schweißstrom gesteuert wird und wie schnell sich die Rollen bewegen, lassen sich unterschiedliche Nahteigenschaften erzielen:

  • Dichtnaht (Überlappnaht): Hierbei überlappen sich die einzelnen Schweißpunkte so stark, dass eine absolut flüssigkeits- und gasdichte Naht entsteht. Dies wird meist durch ein Stromprogramm mit sich abwechselnden Stromzeiten und kurzen Strompausen (Impulsbetrieb) realisiert, um eine Überhitzung des Materials zu vermeiden.
  • Heftnaht (Strichnaht): Die Schweißpunkte werden mit größeren Abständen gesetzt. Sie dient rein der mechanischen Heftung von Bauteilen ohne Dichtigkeitsanspruch.
  • Quetschnahtschweißen: Eine Sonderform, bei der die Bleche nur minimal überlappen und durch den hohen Druck der Rollen während des Schweißens fast eben gepresst werden.

Vorteile des Rollennahtschweißens:

  • Hohe Wirtschaftlichkeit: Es ermöglicht sehr schnelle, kontinuierliche Schweißprozesse im automatisierten Durchlauf.
  • Dichtigkeit: Perfekt geeignet für Behälter, die hohem Druck oder Flüssigkeiten standhalten müssen.
  • Geringer Elektrodenverschleiß: Da sich die Rollen kontinuierlich weiterdrehen, wechselt die Kontaktstelle zum Blech ständig. Die thermische und mechanische Belastung verteilt sich auf den gesamten Rollenumfang, was zu sehr hohen Standzeiten führt.

Typische Anwendungsgebiete:

Automobilindustrie: Fügen von Karosserieteilen mit Dichtigkeitsanforderungen.

Behälter- und Tankbau: Herstellung von Kraftstofftanks, Heizkörpern, Fässern und Haushaltsgeräten (z. B. Waschmaschinentrommeln).

Rohrfertigung: Längsnahtschweißen von dünnwandigen Rohren.

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