Schweißnahtprüfung (Qualitätssicherung)

« Back to Glossary Index

Definition und Zielsetzung

Die Schweißnahtprüfung umfasst alle Verfahren, die eingesetzt werden, um die Güte, Festigkeit und Fehlerfreiheit einer Schweißverbindung festzustellen. Man unterscheidet grundlegend zwischen zwei Kategorien: der zerstörungsfreien und der zerstörenden Prüfung.

1. Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP):

Diese Verfahren lassen das Bauteil unbeschädigt und sind ideal für die laufende Produktion.

  • Sichtprüfung (VT): Die einfachste Methode. Es wird auf Spritzer, Risse, Randeinschnitte oder eine zu starke Verformung der Oberfläche geachtet.
  • Ultraschallprüfung: Mit speziellen Sensoren wird die Größe und Lage der Schweißlinse im Inneren der Bleche gemessen, ohne diese zu trennen.
  • Eindringprüfung: Macht feine Oberflächenrisse durch Kontrastmittel sichtbar.

2. Zerstörende Prüfung:

Hierbei wird das Bauteil bewusst zerstört, um die tatsächliche Belastbarkeit und den inneren Aufbau zu analysieren. In der Serienfertigung werden hierfür meist Testbleche oder Stichproben genutzt.

  • Meißelprüfung: Ein Klassiker in der Werkstatt. Mit Meißel und Hammer wird versucht, die Bleche zu trennen. Ein „Gut-Punkt“ zeigt sich durch das Ausreißen des Materials (Knopfbildung).
  • Scherzugversuch: Ermittelt die maximale Kraft, bei der die Verbindung unter Zugbelastung reißt.
  • Schliffbild: Ein Querschnitt der Schweißstelle wird poliert und geätzt, um die Struktur der Schweißlinse unter dem Mikroskop zu untersuchen.

Warum prüfen?

Gerade beim Widerstandsschweißen können „Klebepunkte“ entstehen. Diese sehen optisch korrekt aus, besitzen aber keine Festigkeit. Eine regelmäßige Prüfung stellt sicher, dass die Schweißparameter (Strom, Kraft, Zeit) noch optimal eingestellt sind.

« zurück zum Glossar Index