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Definition und Verfahrensprinzip
Das Stumpfschweißen ist ein Widerstandspressschweißverfahren, bei dem zwei Werkstücke (meist Drähte, Stäbe oder Rohre) an ihren Stirnflächen ohne Zusatzwerkstoff verbunden werden. Im Gegensatz zum Abbrennstumpfschweißen stehen die Werkstücke hier während des gesamten Erwärmungsvorgangs unter ständigem Druck in Kontakt.
Der Prozessablauf:
- Einspannen: Die Werkstücke werden in wassergekühlte Spannelektroden eingespannt, die sowohl den Strom übertragen als auch die mechanische Fixierung übernehmen.
- Erwärmen: Der Schweißstrom fließt durch die Kontaktstelle. Aufgrund des hohen Übergangswiderstandes zwischen den Stirnflächen erhitzt sich das Material bis zur Schweißtemperatur (knapp unter dem Schmelzpunkt).
- Stauchen: Sobald die plastische Verformbarkeit erreicht ist, werden die Teile durch einen Kraftstoß (meist pneumatisch oder federbetätigt) fest zusammengepresst.
Besonderheiten des Ergebnisses:
- Stauchwulst: Da das Material im teigigen Zustand zusammengedrückt wird, entsteht an der Schweißstelle eine charakteristische, glatte Verdickung (Wulst). Dieser kann je nach Anforderung mechanisch (Schleifen oder Abscheren) entfernt werden.
- Gefügestruktur: Die Verbindung ist sehr homogen und weist eine hohe Festigkeit auf, da die Stirnflächen durch den Stauchvorgang „gereinigt“ und verdichtet werden.
Vorteile des Stumpfschweißens:
- Einfache Prozesskontrolle: Weniger komplex als das Abbrennstumpfschweißen.
- Hohe Taktzahlen: Sehr schnelle Verbindungszeiten, ideal für die Drahtindustrie.
- Materialvielfalt: Geeignet für Stahl, Kupfer- und Aluminiumlegierungen.
Anwendungsgebiete:
- Drahtverarbeitung: Endloses Verbinden von Drahtringen vor dem Ziehprozess.
- Kettenfertigung: Verschließen von Kettengliedern bei kleinen bis mittleren Drahtstärken.
- Ringfertigung: Herstellung von Handgriffen, Ringen für Siebe oder Filterrahmen.